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Lichthaus Kulturcafé

Westansicht des Lichthauses Halle nach der Sanierung im Abendlicht. Das beleuchtete Kulturcafé im Erdgeschoss und die Straßenlaternen tauchen das Bild in warmes Licht.

Das Lichthaus Halle ist ein einzigartiges Zeugnis der DDR-Moderne im Zentrum der Stadt. Gebaut wurde es 1970/71 in Stahlbeton-Skelettbauweise als Lichtstudio, ein ingenieurtechnisches Zentrum für Lichtversuche (Stadtbeleuchtung, Lichtwerbung, Innenraumbeleuchtung) für die gesamte DDR.

Nach der Wende wurde der Betrieb eingestellt, und das Haus verfiel zusehends, es diente nur mehrfach als Kulisse für Filme, die in der DDR-Zeit spielten.
Im Jahr 2008 erwarb die Evangeliumsgemeinde Halle e.V. das Haus, dies machte den Weg frei für konzeptionelle Überlegungen, woraus sich das Kulturcafé Lichthaus entwickelte, welches sich als Begegnungszentrum für den Kiez und die gesamte Stadt versteht.

Nach einer intensiven Planungsphase wurde das Haus in drei Jahren Bauzeit mit Fachfirmen und in Tausenden von Arbeitsstunden durch freiwillige Helfer umgebaut.

Obwohl es sich bei dem zweigeschossigen „Würfel“ offiziell nicht um ein Baudenkmal handelt, wurde es beim Umbau als solches betrachtet.
Die im Erdgeschoss fast vollständig umlaufende Verglasung ersetzte man durch eine Dreifache, dabei wurden die golden eloxierte Aluminiumfensterrahmen erhalten, nur innen wärmetechnisch verbessert, der Eingang wurde auf die Nordseite zum Treppenhaus hin verlagert. Alle Wände wurden innenseitig mit Zellulose gedämmt. Im Erdgeschoss entstand ein lichtdurchflutetes allseits einsehbares Café mit zugehörigem Lager. Die Lüftungstechnik wurde – ebenso wie schallabsorbierende Platten – geschickt in der Decke untergebracht. Orange Sessel und Bänke auf grauen Fliesen vor weißen Wänden sowie farbige Details setzen leuchtende Akzente.

Im Untergeschoss befinden sich die Sanitäranlagen, außerdem noch Mehrzweck- und Lagerräume sowie eine Teeküche.

Das ursprünglich (wegen der Lichtversuche) völlig fensterlose Obergeschoss ist rot verklinkert und mit einer vorgehängten weißen Beton-Gitterkonstruktion versehen. Letztere wurde in liebevoller wochenlanger Kleinarbeit saniert, korrodierte Bewehrungsstähle gesichert und Betonabplatzungen ergänzt.  Das Obergeschoss erhielt Oberlichter und hinter der vorgehängten Fassade einige Fensteröffnungen. Deren Formate richteten sich aus Gründen der Nachhaltigkeit und Kosteneinsparung nach den Größen von guten Fenstern aus den wegen Maßfehlern nicht für die ursprünglichen Zwecke nutzbaren Lagerbeständen einer Tischlerei. Ökologische Zellulosedämmung wurde auch hier eingesetzt. Im Obergeschoss gibt es einen großen Raum, der für Ausstellungen oder Seminare genutzt wird, sowie Büroräume und ein Tonstudio.

Ein zweiter Rettungsweg entstand über eine Außentreppe, deren Geländer das Raster der Beton-Gitterkonstruktion aufnimmt. Markant auf dem Dach befindet sich jetzt die fast künstlerisch anmutende Konstruktion der Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sowie die Photovoltaikanlage.                                                        .

Hinterhaus Glauchaviertel

Fotografie der steinernen Eingangstreppe und der roten Eingangstür des Hinterhauses im Glauchaviertel

Das Hinterhaus im Glauchaviertel einst – Wohnhaus mit Werkstatt und Stall – wurde von einer Familie entdeckt, die das Potenzial des Gebäudes erkannte. Es wurde komplett entkernt und erhielt abschnittsweise eine neue Ziegeleinhangdecke über dem Erdgeschoss sowie ein völlig neues Flachdach. Der östliche Bereich des Flachdaches wurde entfernt, und eine großzügige Terrasse vor der neuen Küche entstand, auf der man von Baumwipfeln umgeben ist. Die ursprüngliche Klinkerfassade sollte aus Kostengründen und als Zeugnis der Vergangenheit bewahrt werden, und so erhielt das Gebäude eine Innendämmung (Zelluloseeinblasdämmung in Vorsatzschale).

Alle Fenster weisen nach Süden und (in der Küche) nach Osten, die Nordwand steht auf der Grundstücksgrenze und wurde mit Schlämmputz versehen. Unspektakulär fügt sich das Gebäude in die Umgebung ein und ermöglicht den Bewohnern ein komfortables ruhiges leben mitten in der Stadt und doch mitten im Grünen.

 

Klassizistisches Wohnhaus Altstadt Halle

Dieses Haus ist ein seltener Glücksfall für ein Architekturbüro. Inmitten des Zentrums unserer geliebten Stadt Halle steht das alte Denkmal und fiel uns schon immer auf. Könnten wir nicht dabei sein, wenn es aus dem Dornröschenschlaf geküsst wird? Dann kommt eines Tages der Anruf: „Würden Sie mit uns das Haus besichtigen? Wir planen es zu kaufen.“. Monate später kommt die Anfrage: „Wir haben das Haus gekauft. Werden Sie unser Architekt sein?“  Nun schließt sich eine spannende Planungs- und Bauphase an. Es gibt so viel zu entdecken. Restauratoren schauen unter die Oberfläche. So viel ist noch erhalten und darf behutsam von Staub und Farbschichten befreit werden. Der Charme aber bleibt,  von echten Handwerkern bewahrt. Rauchmelder, Türschließer, die unvermeidlichen und wichtigen Brandschutzausrüstungen müssen nicht stören. Die Bauherren, fleißig selbst mit Hand anlegend, immer mit liebevollem Blick auf die schönen Details, stören sich nicht an den Scharten und Narben der Geschichte.  Es ist eine Freude, nach einer gelungenen nicht immer einfachen Bauzeit, durch die aufgearbeitete Haustür die letzten Handwerker zu verabschieden. Nun kann die Tür für die glücklichen neuen Bewohner geöffnet werden.

Kiezkneipe Halle

Gründerzeithaus an der Burg Giebichenstein